|
Kanu-Wanderfahrten auf Saale und Unstrut
von Thea Klaren
vom 25. Juli bis 02. August 2009
Die unermüdlichen Kanuten des KCD Siegburg starten noch im gleichen Monat ihre
zweite Kanu-Tour. Diesmal fuhren wir zum Kanu-Club Naumburg. Die Abfahrtszeit
fand wie üblich, Samstagmorgen um 7.00 Uhr statt. Am Vortag hatten wir schon die
Boote auf den Hänger verladen. Ebenso wurde der Vereinsbus mit Gepäck und
Ausrüstung der Mitfahrer beladen. Als Fahrer war Horst eingesetzt. Pünktlich
waren Horst, Toni und ich morgens am Clubhaus eingetroffen. Zwei Pkw´s
vervollständigten den Tross. Das waren Rainer und Barbara, sowie Willi und
Wolfgang. Nun konnte die Reise losgehen. Wir hatten während der Fahrt schönes
Wetter und kamen Nachmittag gegen 14.30 Uhr in Naumburg an. Als erstes wollten
wir unsere Zelte aufbauen. Weit gefehlt, auf einmal fegte ein heftiger Sturm
über den Zeltplatz und es fing in Strömen an zu regnen. Trotzdem ließen wir uns
nicht davon abbringen, das Überzelt aufzubauen, um unsere Ausrüstung ins
Trockene zu bringen. Das Unwetter dauerte fast eine Stunde. Danach war wieder
eitel Sonnenschein, als ob nichts gewesen wäre. Nun vollendeten wir unsere
Arbeit und räumten unser Ausrüstung ordentlich ein.

Zeltplatz Kanu-Club Naumburg

Beim Abendessen
Nach dem Abendessen planten wir unsere erste Fahrt auf der Unstrut. Wir fuhren
am nächsten Tag die Strecke von Ritteburg bis Memleben. Die Unstrut ist in
diesem Bereich sehr schön. Die Einstiegsstelle war von den am Ufer stehenden
Bäumen und Büschen überwachsen. Auch hatte die Unstrut eine kurze Strecke etwas
Strömung. Das war für uns ein guter Start. Das Wetter spielte auch mit, es war
sehr warm. Zeitlich waren wir am Zielort früh angekommen, wir hatten ja auch
noch vor, unsere Vorräte aufzufüllen.
Am zweiten Tag wurde die Fahrt mit 24 km auf der Unstrut fortgesetzt. Gestartet
wurde von dem gestrigen Zielort Wendelstein bis Kitschscheidungen. Diese Strecke
war 10 km länger als am Vortag. Zudem war es an diesem Tag sehr heiß.

Einsatzstelle Wendelstein

Mittagspause
Endlich gelangten wir an die Anlegestelle Reinsdorf, wo wir eine Pause einlegen
konnten. Diese zog sich allerdings lange dahin. Ich war danach mehr müde als
vorher, ich denke, meine Kameraden auch. Bis Kitschscheidungen war es noch eine
gute Strecke. Wir waren froh, als wir wieder auf unserem Zeltplatz angekommen
waren.
Für die dritte Etappe wurde die Planung geändert. Die Fortsetzung der Fahrt auf
der Unstrut wurde verschoben. Stattdessen paddelten wir auf der Saale von
Porstendorf bis Camburg, 20 km auf der Saale. Hinter der Wehranlage setzten wir
ein und fuhren zunächst auf der Alten Saale. Das Wetter war wieder so schön wie
sonst auch. Die Fahrt war wie ein neues Erlebnis.

Die Bootsgasse brachte uns so richtig in Fahrt.

Endlich konnte man mal wieder in
Schwung kommen.

Berg Dornburg und Dornburger Schlösser

Gutgelaunte Kameraden.
Bei dem Ort Dorndorf mussten wir durch einen Mühlgraben eine Wehranlage umfahren
und danach ausbooten. Die Gegend hier war herrlich und lud geradezu zum
Verweilen ein. Oben auf dem Berg konnten wir die Dornburger Schlösser sehen. Wir
machten hier eine Rast, um unsere Mahlzeit einzunehmen. Danach trugen wir unsere
Boote zur Einsatzstelle die Treppe hinunter und die Fahrt ging wieder fröhlich
weiter. Das letzte Wehr war vor Camburg, wo wir unsere Fahrt beendeten. Nun
musste noch in Porstendorf unser Gespann und ein PKW abgeholt werden. Während
Willi, Rainer und Toni unterwegs waren, hatten wir noch Zeit, die Reste unserer
Mahlzeit zu verzehren und uns die Gegend anzusehen. Wieder war ein herrlicher
Tag vergangen. Am Abend ließen wir uns ausgiebig unsere Mahlzeit und ein kühles
Bier nach so einem heißen Tag munden.
Der Mittwoch war nun unser Ruhetag. Man konnte selber planen, was man machen
wollte. Wir kamen zu dem Ergebnis, zwei Gruppen zu bilden. Die erste Gruppe,
Toni als Busfahrer, Jürgen, Theo, Ralf Heike und ich, Barbara und Rainer mit
ihrem PKW besuchten das Planetarium in Nebra, bezeichnet als Arche Nebra.
Dort wurde uns in aufwändigen Inszenierungen die Geheimnisse der 3600 Jahre
alten Bronzescheibe aus der frühen Bronzezeit nahegebracht. Sie diente nicht nur
zur Bestimmung von Sommer und Wintersonnenwende, sondern mit Hilfe des
Sternbildes der Plejaden in Verbindung mit dem Neumond und den ursprünglichen 32
Sternen auch zur Synchronisierung von Mond- und Sonnenjahr, das für die
Landwirtschaft wichtig ist.

Arche Nebra

Beschreibung

Himmelscheibe

Wir, als Besucher der Arche Nebra


Kloster und Kaiserpfalz zu Memleben
Im Anschluss fuhren wir nach Memleben, dem Sterbeort des Kaiser Ottos des
Großen. Dort besuchten wir die Klosterruine. Als wir den Klostergarten betraten,
fanden wir etliche uns bekannte und unbekannte Küchenkräuter vor. Dann stiegen
wir hinab in die Krypta. Alte Inschriften hingen dort und auch in den anderen
Räumen des Klosters aus. Sie berichteten vom Leben und Wirken der Deutschen
Kaiser und der Kirchenfürsten. Es war sehr interessant, aus dieser Zeit die
Geschichte nachlesen zu können.
Im Anschluss gingen wir gegenüber der Klosterruine, in ein Bistro. Dort
bestellten wir bei einem Glas Bier einen kleinen Imbiss.

Ältestes Sonnenobservatorium der Welt in Goseck

Der Weg in die Steinzeit

Kreisgrabenanlage
Von dort machten wir uns nach Goseck auf. Dort besichtigten wir das Älteste
Sonnenobservatorium der Welt.
Im Jahr 1991 wurde die Anlage aus der Luft entdeckt. Sie besteht aus einem
nahezu kreisförmigen Graben und zwei konzentrischen Palisadenringen. Drei
wangenförmig eingefasste Tore nach Norden, Südosten und Südwesten fungierten als
Visiereinrichtungen zur Beobachtung der Sonne zum Zeitpunkt der
Wintersonnenwende. Die Anlage wurde 2002 bis 2004 von Archäologen komplett
ausgegraben, vermessen und dokumentiert.
Tiefe Eindrücke hat dieses Erlebnis bei uns hinterlassen. Es war einfach toll.
Nun zu der zweiten Gruppe: Horst, Wolfgang und Willi hatten einen Stadtbummel in
Naumburg gemacht.
Für den kommenden Tag hatten wir geplant, abermals die Saale zu fahren. Solange
noch Wasser genug da war, konnten wir den Steinwurf-Schwall bei Altenburg
hinunter fahren, was ja besonders viel Spaß macht. Wir wählten die lange Strecke
von Camburg bis Naumburg. Vorbei ging die Fahrt an Großheringen links und
Kleinheringen rechtsseits, kurz vor der Eisenbahnbrücke sieht man auf der linken
Seite den Zufluß der Ilm An dieser Brücke wurden Baumaßnahmen vorgenommen. Nach
einer Kehre befinden wir uns in einem beeindruckenden Kalkstein-Canyon, der am
Ende die Sicht auf Burg Saaleck, später dann auf die Rudelsburg freigibt.

Eisenbahnbrücke

Kalksteinwand

Sicht auf Burg Saaleck
In Bad Kösen mussten wir umtragen. Das Befahren dieses Wehres ist verboten,
wegen Hindernisse im Unterwasser, also lebensgefährlich.

Gefährliches Wehr Bad Kösen

Beim Ausbooten
Nach dem Ausbooten machten wir Mittagspause und dann einen kleinen Trip in der
Gegend. Horst und ich stiegen die Steinstufen hoch zum Ort Bad Kösen, dort sahen
wir das Gestänge einer alten Pumpstation zur Förderung der Salzsole und das
Gradierwerk.
Anschließend noch eine kleine Erfrischung, ein köstliches Eis und dann ging die
Fahrt weiter. An Weinanbaugebiete vorbei paddelten wir am Fischhaus vorbei, wo
wir zum Abschluss noch essen wollten. Das letzte Hindernis war die
Steinschüttung bei Altenburg, den Schwall, den ich schon erwähnte. Es war
genügend Wasser darüber, Horst fuhr in der Mitte problemlos hinunter, auf der
rechten Seite fuhren Toni, ich und hinterher noch Wolfgang ebenfalls ohne
Problem hinunter. Dieser Spaß war nur im Einer-Kajak möglich.

Steinschüttung bei Altenburg

Umtragen des Kanadiers
Nur noch eine kurze Strecke kündigt die Seilfähre „Blütengrund“, das Ziel schon
an. Auch zwei andere kleine Passagierschiffe liegen dort vor Anker. Wir hatten
einen schönen erlebnisreichen Tag gehabt. Für den folgenden Tag steht schon
fest, dass wir die Fahrt auf der Unstrut fortsetzen. Wir paddelten von
Kitschscheidungen bis Naumburg. Dies war die letzte Strecke. Da mir die Fahrt im
Einer-Kajak auf der Unstrut zu träge war, hat uns Theo seinen Kanadier
überlassen.

Bei Zahmwasser fahre ich lieber im Kanadier

Vor dem Einbooten
Bei gutem Wetter mit viel Sonne konnten wir starten. Nach kurzer Fahrt kam die
erste Schleuse bei Dorndorf und später bei Laucha. Rote Felswände und steile
Weinberge prägen das Landschaftsbild. Die Ufer der Unstrut waren auf dieser
Strecke sehr hoch und dicht bewachsen. Mehr als zehn Kilometer waren wir nun
gefahren und waren froh, als wir bei Balgstädt einen schönen Rastplatz
vorfanden.

Anlegestelle Rastplatz Balgstädt

Mittagszeit
Nach unserer Pause waren wir wieder gestärkt und fit. Die Fahrt ging weiter bis
zur Zeddenbachschleuse und kurz nach dem auf der linken Seite befindliche
Freyburger Schwimmbad, folgt das Freyburger Wehr mit Schleusenanlagen. Nun
kommen wir an Groß- und Klein-Jena vorbei, wo ein Steinrelief in der Steilwand
des Weinbergs vorzufinden ist. Dann nach etwa 2 Kilometer waren wir wieder am
Ziel auf dem Campingplatz des Naumburger Kanu-Club.


Am letzten Paddeltag starteten wir vor dem Wehr von Bad Kösen. Wir fanden unter
der Brücke hinter dem Wehr einen schattigen Platz, wo wir den Bus mit Hänger
wegen der Hitze gut abstellen konnten.

Einsatzstelle Bad Kösen

Saalhäuser auf der linken Seite
Auch an unserem letzten Paddeltag hatten wir herrliches Wetter. An den
Saalhäusern und Weinbaugebiet vorbei war es nicht weit bis zum Fischhaus. Dort
beabsichtigten wir eine längere Pausezeit einzulegen. Wir wollten uns diesmal
ein gutes Essen bestellen.


Die Mahlzeit und der kühle Trunk waren vorzüglich.
Nach unserer langen Pause ging unsere Fahrt weiter. Wieder bei Altenburg
angekommen, war noch reichlich Wasser auf der Steinschüttung vorhanden. Nun
erlaubten Toni und ich uns nochmals den Spaß und fuhren diesmal durch die Mitte.
Es hat bestens geklappt. Bis zum Campingplatz war es nun nicht mehr weit. Dort
angekommen herrschte bereits Aufbruchstimmung. Die Boote wurden zunächst
verladen, was wir nicht mehr benötigten, wurde schon eingepackt. Den letzten
Abend saßen wir noch gemütlich zusammen und hatten uns viel von unseren Fahrten
zu erzählen. Auch gab es viel zu lachen, da einige Witze erzählt wurden.


Es war eine sehr schöne Zeit, die wir gemeinsam verlebt haben.
Ahoi
Eure Thea
|